Spielberichte

Vorbericht: Runde 31 – SKA (A)

Vielleicht werden Erinnerungen an die Vorwoche gegen Rapid wach: auch in dieser Woche folgt das vierte Saisonduell zweier Teams, die sich 2021/22 ausschließlich Unentschieden getrennt haben. In Wien gab es zwei 1:1-Remis, in Klagennfurt ein 0:0.

Diesmal wären vermutlich beide Austrias unzufrieden, würde das nächste Remis folgen. Den Klagenfurtern hilft nur ein Sieg wirklich, um die Chance auf Platz 4 oder 5 hoch zu halten. Den Wienern hilft nur ein Sieg wirklich, um mit Platz 3 realistisch spekulieren zu können.

Viel Spannung also in der vorletzten Runde der Bundesliga, in der die Wiener Austria bei der Klagenfurter Austria gastiert (Sonntag, 15. Mai, 17 Uhr, Wörthersee-Stadion).

Kaderupdate

Eine der wichtigsten Nachrichten für Austria-Trainer Manfred Schmid im Vorfeld des Gastspiels in Kärnten: Eric Martel ist nach seiner Sperre wieder einsatzberechtigt und wird in die Startelf anstelle des im Derby glücklosen Vesel Demaku zurückkehren.

Davon abgesehen sind Schmids Überlegungen von zwei Fragezeichen geprägt:

  • Lucas Galvao ist angeschlagen, sein Einsatz wird sich erst am Sonntag entscheiden. Er könnte erstmals seit einer Verpflichtung ein Spiel verpassen, Johannes Handl wäre voraussichtlich sein positionsgetreuer Ersatz, Außenseiterchancen auf den freien Platz hätte Schoissengeyr, für den es womöglich sein letztes Spiel im violetten Trikot wäre.
  • Marco Djuricin erlitt im Derby eine Gehirnerschütterung und setzte damit seine Pechsträhne der letzten Wochen, in denen er nur selten spielte, fort. Sein Einsatz ist ebenso fraglich, ein Startelf-Einsatz von Noah Ohio wahrscheinlicher.

Quasi sicher scheint, dass Schmid erneut auf die im Frühjahr erfolgreiche 4-2-3-1-Formation setzen wird. Offen sind dabei auch noch die Positionen in der Offensivreihe, in der Grünwald und Jukic zuletzt regelmäßig spielten, aber auch Keles und Fitz als Joker Bewerbungen abgaben.

Kein Thema sind zum einen die Langzeitverletzten Georg Teigl, Muharem Huskovic, Filip Antovski, Esad Bejic, Anouar El Moukhantir und Ziad El Sheiwi, sowie zum anderen Leo Ivkic, Dario Kreiker, Niels Hahn und Martin Pecar, die am Freitag bei den Young Violets spielten (3:3 gegen Rapid II).

Can Keles beim letzten Duell gegen Austria Klagenfurt

Ausgangslage

Zwei Runden vor Spiel treffen die beiden violetten Austrias in einem Sechs-Punkte-Spiel aufeinander. Die Ausgangslage:

  • Wenn die Violetten aus Wien ungeschlagen bleiben, ist definitiv Platz 6 (kein internat. Bewerb) ausgeschlossen.
  • Gelingt ein Sieg, könnten gar schon die Top 4 fixiert werden, wenn der WAC nicht in Graz siegt. Bei einer Rapid-Niederlage gegen Salzburg wäre man dann gar Dritter.
  • Bei einer Niederlage würden die Klagenfurter punktegleich mit den Wienern ziehen, aber dennoch in der Tabelle dahinter bleiben, weil sie aufgrund der Punkteteilung als einziges Top 6-Team bei Gleichstand rückgereiht werden.

Jedenfalls wird es bis zur letzten Runde spannend bleiben und das Finale gegen Sturm Graz (Samstag (!), 21. Mai, 17 Uhr, Generali-Arena) ein Entscheidungsspiel. Ob es dabei um Platz 3 oder um Platz 4 gehen wird, hat die Austria am Sonntag in Klagenfurt in ihren eigenen Händen.

Ob am Ende Platz 3, 4 oder 5 herausschaut, ist durchaus entscheidend – auch finanziell:

  • Der Dritte spielt im Herbst fix in einer Gruppenphase, entweder in der UEFA Europa League (bei Sieg im Play-Off Ende Augsut) oder in der UEFA Conference League (bei Niederlage im Play-Off Ende August).
  • Der Vierte müsste zwei Quali-Runden überstehen, um in die Gruppenphase der UEFA Conference League zu kommen.
  • Der Fünfte muss zuerst in ein Play-Off gegen den Siebten oder Achten der Bundesliga, um bei einem Erfolg drei Quali-Runden der UEFA Conference League überstehen zu müssen .

Die bisherigen Duelle zeigen, dass das Spiel in Klagenfurt keine leichte Aufgabe wird. Jede Mannschaft in der Liga tut sich gegen die Kärntner schwer, weil sie sehr gut verteidigen. Wir brauchen eine gute Balance, Lösungen in der Offensive und Effizienz. Gleichzeitig wird es wichtig sein, in der Restverteidigung hellwach zu sein, weil Austria Klagenfurt im Umschaltspiel gefährlich ist.
Manfred Schmid im Vorfeld des Auswärtsspiels auf fk-austria.at

Dieser Zweikampf macht Marco Djuricin für das Gastspiel in Kärnten fraglich.

Rahmenbedingungen

Die Austria spielt am Sonntag in einem der schönsten Stadien der Liga, direkt am Wörthersee. Zugleich spielt die Austria aber auch in einem der leersten Stadien, denn der Zuseherschnitt in dem 30.000 Fans fassenden Wörthersee-Stadion liegt bisher bei 4.867. Am Sonntag werden es wohl etwas, aber nicht bedeutend mehr, auch wenn einige Hundert Veilchen gen Süden reisen werden. 

Jene, die vor Ort sein werden, werden mit rund 25°C belohnt, jedoch sind auch Niederschlag oder gar Gewitter prognostiziert. 

Der Schiedsrichter des Spiels ist Manuel Schüttengruber. Der 38-jährige Oberösterreicher gehört mit 158 Spielleitungen zu den erfahrensten Bundesliga-Referees. Dabei pfiff er keinen Verein öfter als die Austria, am Sonntag bereits zum 46. Mal (bisher 19-14-12), zuletzt im Auswärtsderby im März. Assistieren werden ihm am Sonntag Roland Brandner und sein Bruder Clemens Schüttengruber, der vierte Offizielle ist Thomas Fröhlacher. Während im Derby vor einer Woche Schüttengruber VAR war, pfeift er diesmal selbst und wiederum der Schiedsrichter des Derbys ist sein VAR, nämlich Christopher Jäger, assistiert von Dieter Muckenhammer.

Analyse: Austria Klagenfurt

Die Klagenfurter gehören zweifelsfrei zu den positiven Überraschungen der laufenden Spielzeit und erreichten als Aufsteiger prompt die Top 6, zwei Runden vor Schluss weiterhin mit Chancen auf eine internationale Teilnahme. Peter Pacult stellt seine Mannschaft stets kompakt, zweikampfstark und schnell im Umschaltspiel ein. Das wissen auch die Veilchen, die die Klagenfurter heuer noch nicht besiegen konnten.

Im Play-Off haben die Kärntner bisher 5 Punkte geholt – zwei weniger als die Veilchen. Beide haben aber erst einen Sieg im Play-Off gefeiert, jeweils gegen den Wolfsberger AC. Die Wiener Austria wartet gar bereits seit zwei Monaten auf einen “Dreier”, der zuletzt am 13. März gelungen ist. Die Klagenfurter luchsten zuletzt Rapid ein 2:2 in Wien ab, ehe man in der Vorwoche gegen Sturm Graz knapp und in Unterzahl 1:2 verlor. Dabei setzte Pacult auf eine 4-3-3-Formation, die so auch am Sonntag wahrscheinlich erscheint.

Einen Leistungsträger muss Pacult am Sonntag vorgeben: Innenverteidiger Wimmer fehlt nach seiner roten Karte gegen Sturm gesperrt, Ex-Kapitän Thorsten Mahrer wird ihn ersetzen. Davon abgesehen müssen die Klagenfurter keine Ausfälle beklagen, mit dabei sind auch die Schlüsselspieler Greil und Gemicibasi im Mittelfeld, sowie Kapitän Markus Pink an vorderster Front.

Wir haben keinen Druck, können befreit aufspielen. Austria Wien ist der Favorit, hat einiges zu verlieren. Wir können nur gewinnen.
Klagenfurts Sportdirektor Matthias Imhof vor dem Spiel auf der Vereinswebsite

Die weiteren Spiele der Runde

Der Abstiegskampf könnte am Samstag eine Entscheidung bringen: Altach muss gegen die Admira gewinnen, um weiter auf den Klassenerhalt hoffen zu dürfen. Die WSG Tirol möchte zuhause gegen Hartberg die Teilnahme am Play-Off für die UEFA Conference League fixieren. Dorthin würden auch gerne die SV Ried und der LASK, die im Oberösterreich-Derby direkt aufeinandertreffen.

Apropos internationaler Bewerb: Dort schon fix sind Red Bull Salzburg und Sturm Graz. Für die Austria wäre es gut, würden bedie am Sonntag trotzdem punkten, denn sie treffen auf Rapid (Salzburg) bzw. WAC (Sturm), mit denen die Austria noch um die Plätz 3 bis 5 kämpft.

Jedenfalls geht es in der nächsten Saison für alle Bundesliga-Klubs zumindest einmal nach Vorarlberg, denn seit Freitag steht Austria Lustenau als Meister und Aufsteiger fest. Damit kicken in der nächsten Saison drei Austrias im Oberhaus.

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