Spielberichte

Vorbericht: Runde 23 – WAC (H)

Meistergruppe für die Wiener Austria! Das ist Balsam für die zuletzt oft geschundene Seele des Austrianers, der sich nach zwei Jahren Pause endlich wieder unter den Top 6 findet. Die Veilchen haben ihr Ziel mit vier Siegen in den vier Frühjahrsrunden erreicht, nun folgt der Auftakt in die Play-Offs.

Am Sonntag (13. März, 14:30 Uhr) ist abermals der Wolfsberger AC in der Generali-Arena zu Gast – so wie bereits beim letzten Heimspiel vor knapp zwei Wochen.

Ganz so packend, spannend und spektakulär wie beim letzten Aufeinandertreffen muss es diesmal aber nicht werden. Nach einem Treffer von Alex Grünwald hielt Patrick Pentz gleich zwei Strafstöße, Georg Teigl zog sich bei einem Zusammenprall mit einem Wolfsberger Knie schwere Gesichtsverletzungen zu. Das Ergebnis darf aber gerne wieder ident sein wie bei den bisherigen zwei Duellen der Saison – denn da gab es jeweils einen 1:0-Heimsieg.

Kaderupdate

Austrias Deutschland-Legionäre Eric Martel und Lukas Mühl sind zwei violette Dauerbrenner. Sie haben hinter Patrick Pentz, der in allen 26 Saisonspielen durchspielte, und Manfred Fischer, der in allen 26 Saisonspielen in der Startelf stand, die meisten Einsatzminuten. Da kommen gerade als Defensivspieler auch reichlich gelbe Karten zusammen – und die fünfte in der Liga bedeutet eine Sperre. Eric Martel hat es letzte Woche erwischt, nun kehrt er wieder zurück und wird Vesel Demaku in der Startelf ersetzen. Ebendieser wird am Freitag bei den Young Violets spielen, ebenso wie Dominik Fitz. Lukas Mühl fehlt hingegen in dieser Woche gesperrt.

Dass die Sperre des FAK-Abwehrchefs verkraftbar ist, liegt daran, wie schnell sich Lucas Galvão bei den Veilchen eingelebt hat, und wie stark zuletzt Johannes Handl war. Letzterer wird in den Kader zurückkehren, nachdem er zuletzt zwei Wochen pausieren musste. Zurückkehren nach muskulären Problemen wird auch Aleks Jukic, der ebenfalls leistungsstark in die Frühjahrssaison gestartet ist.

Auch Trainer Manfred Schmid kehrt von einer Sperre zurück und muss lediglich auf Georg Teigl, Ziad El Sheiwi, Florian Wustinger, Anouar El Moukhantir und Esad Bejic verzichten. Ein Fragezeichen steht hinter Manfred Fischer (Magen-Darm-Probleme), krankheitsbedingt fällt Leo Ivkic aus. Wieder fit sind Huskovic und Keles, die gegen die Admira in den Kader zurückkehrten.

Welche Formation und welche Elf schickt Schmid also auf das Feld der Generali-Arena? Sicher scheinen zwei Änderungen in der zentralen Defensive: Martel statt Demaku, Handl oder Schoissengeyr statt Mühl. Offensiv hat Jukic gute Chancen statt Keles aufzulaufen. Grünwald wird seinen Stammplatz wohl behalten. Ein Wackelkandidat ist Ohio, der durch Huskovic oder Djuricin ersetzt werden könnte. Erneut im Matchkader wird Romeo Vucic stehen, nachdem er in der Südstadt einen engagierten Auftritt mitsamt dem entscheidenden Siegestreffer hinlegte.

Schmids Startelf wird also bis Sonntag, 13:30 Uhr, eine Überraschung bleiben und jedenfalls durch Ausfälle bzw. Rückkehren mehr Änderungen umfassen als man bei dem derzeitigen Austria-Lauf mit vier Siegen aus vier Spielen annehmen könnte. 

Der Einzug in das obere Play-Off ist gelungen - so möchten die Veilchen auch am Sonntag wieder jubeln!

Ausgangslage

Die Mathematik-Schulkenntnisse wurden in den letzten Wochen genügend aufgefrischt, um etwaige Play-Off-Chancen zu berechnen. Die Austria-Mannschaft hat es mit ihren vier Siegen aber auch den schlechtesten Mathematikern einfach gemacht und keine Zweifel am Einzug in die Top 6 gelassen.

Dort angelangt, braucht man im ersten Spiel (noch) nicht viel zu errechnen. Die Ausgangslage ist speziell jetzt, wo die Punkte halbiert wurden, für jedes der 10 Spiele einfach: jedes Spiel kann und wird die Tabelle verändern, jeder Sieg ist Gold wert, jede Niederlage kann dazu führen, überholt zu werden.

Am Sonntag bedeutet das konkret:

  • Mit einem Heimsieg überholt die Austria den WAC und ist erstmals in dieser Saison 2., sofern nicht Sturm in Salzburg siegt.
  • Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage rutscht die Austria auf Platz 5 ab und wird vom Sieger des Spiels in Klagenfurt überholt. Gibt es dort keinen Sieger, wäre die Austria bei einer Niederlage gegen den WAC punktegleich mit den Klagenfurtern und dem Hütteldorfer Erzrivalen.

Jedenfalls ist das direkte Duell gegen den WAC auch in der Tabelle ein direktes Duell. Die Austria könnte die Kärntner überholen – oder mit fünf Punkten Abstand doch deutlich distanziert werden.

Es war eine fantastische Atmosphäre von draußen. Unsere Mannschaft hat in der Vorwärtsoption oftmals ein bisschen unsauber gespielt und den Gegner immer in seinen Umschaltaktionen reingespielt. Ohio sind wir so oft hinterher gelaufen, das war immer sehr, sehr kraftaufwendig.
WAC-Coach Robin Dutt nach dem letzten Duell auf “Sky” mit Lob für die Austria-Fans und Noah Ohio

Rahmenbedingungen

Sonnenschein, frühlingshafte Temperaturen, eine sehr gut gefüllte Generali-Arena und eine Austria, die derzeit sehr gut in Form ist. Dieser Sonntag-Nachmittag bringt vieles mit, um ein guter zu werden. Corona-Regeln gibt es dabei keine mehr zu beachten: kein grüner Pass, keine Masken, keine Beschränkungen.

Wie auch beim nächsten Heimspiel gegen Austria Klagenfurt, bekommen Austria-Mitglieder (auch jene, die sich jetzt kurzfristig dafür entscheiden, eine Mitgliedschaft abzuschließen) zwei Freikarten. Das sorgt dafür, dass die Zuseherzahl wohl wieder fünfstellig wird. Wer kurzfristig ein Teil dessen sein will, kann online oder im Austria-Fanshop noch dafür sorgen.

Geleitet wird das Spiel von Alexander Harkam. Der Steirer gehört in Österreich zu den erfahrensten Referees und steht am Sonntag zum 180. Mal in der Bundesliga am Rasen. Dabei ist es sein 50. Spiel mit Austria-Beteiligung (bisher 21 Siege, 9 Remis, 19 Niederlagen). Zuletzt leitete er den Saisonauftakt in Ried (2:1-Niederlage), zuvor eben gegen den WAC den 2:1-Auswärtssieg im Play-Off für die UEFA Conference League. Dem 40-Jährigen assistieren Martin Höfler (Südtribüne), Gerald Bauernfeind (Nordtribüne), Emil Ristoskov (4. Offizieller), Walter Altmann (VAR) und Andreas Staudinger (A-VAR).

Analyse: Wolfsberger AC

Der WAC ist nicht zufällig erneut sehr klar unter den Top 6 gelandet und als Tabellendritter weit vorne platziert. Längst gehören die Wolfsberger zu den besten Teams der Liga. Zweifelsfrei waren die Kärntner auch in der bisherigen Frühjahrssaison der stärkste Gegner.

Vor zwei Wochen gelang den Veilchen zwar ein knapper Heimsieg über den WAC, aber mit einem starken Kurzpassspiel, einem sehr strukturierten Spielaufbau, dem weiterhin genialen Spielmacher Liendl und gefährlichen Stürmern stellte der WAC die Austria für große Herausforderungen. Dem wird auch am Sonntag so sein, zumal Robin Dutt nahezu keine Leistungsträger vorgeben muss. Einzig Kai Stratznig fehlt. Davon abgesehen wird Dutt wieder auf ein 4-4-2 setzen, in dem neben Liendl mit Michael Novak und Christoph Leitgeb auch zwei weitere Ex-Veilchen zu den Leistungsträgern zählen.

Der WAC präsentierte sich in Wien aber nicht nur als starker, sondern auch als sympathischer Gegner. Robin Dutt lobte die Austria-Fans und beruhigte Manfred Schmid nach dessen roter Karte. Noch mehr in Erinnerung blieben Luka Lochoshvili und Christopher Wernitznig, die Georg Teigl womöglich das Leben gerettet haben. Dafür wird ihnen die Austria-Familie am Sonntag nochmals danken – und allein deshalb sind Beleidigungen des Gegners am Sonntag noch deplatzierter als sonst, auch bei Eckstößen von Michael Liendl, der sich beim Münzwurf vor zwei Wochen selbst als “a oider Austrianer” bezeichnete.

Es war ein dramatisches Spiel mit allem drinnen, was man sich nur vorstellen kann. Ein richtig starker Gegner, sie haben uns alles abverlangt. Umso beeindruckender, wie unsere Jungs dagegengehalten haben.
Manfred Schmid auf “Sky” nach dem 1:0-Heimsieg gegen den WAC, auch mit lobenden Worten für den Gegner

Die weiteren Spiele der Runde

Die Teilung in zwei Play-Offs führt dazu, dass die Hälfte der Bundesliga-Spiele für die Austria irrelevant ist. Am Samstag sind dies die Duell zwischen Altach und Hartberg sowie zwischen Admira und Ried, am Sonntag trifft der LASK im unteren Play-Off auf die WSG Tirol.

Umso relevanter für die Veilchen sind die zwei anderen Spiele im oberen Play-Off:

  • Zeitgleich mit der Austria duellieren sich auch in Klagenfurt ein Kärntner und ein Wiener Verein. Beide sitzen der Austria in der Tabelle im Nacken, der Sieger würde die Veilchen überholen, wenn gegen den WAC kein Heimsieg gelingt.
  • Um 17 Uhr gastiert Sturm Graz in Salzburg. Wenn die “Blackies” nicht mit einem Auswärtssieg überraschen, kann die Austria erstmals in dieser Saison Sturm Graz überholen!

Am nächsten Wochenende gastiert die Austria auswärts zum Wiener Derby, ehe die Bundesliga eine Woche pausiert. Anfang April steht dann das nächste Heimspiel an und Austria Klagenfurt gastiert in Favoriten.

Manfred Schmid, hier jubelnd in der Südstadt, kehrt auf die Austria-Trainerbank zurück.

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