Young Violets

Gut ist gangen, nix is gschehn!

So kann man die Saison der Young Violets Austria wohl am besten beschreiben. Das Ziel Klassenerhalt aufgrund zu weniger Aufsteiger bzw. freiwilliger Absteiger erreicht. Insgesamt war aber leider nur wenig Entwicklung der Mannschaft sichtbar. Unter dem Strich bleiben eine sportlich leider eher überschaubare Saison, in der man personell einige Herausforderungen bewältigen musste.

Routinierte Spieler konnten Führungsrolle nicht einnehmen

Wie bereits in der Winterpause beschrieben, gab es auch zu Beginn dieser Saison einen ziemlichen Aderlass und Spieler wurden zur Kampfmannschaft hochgezogen. Dafür standen Coach Suchard in der Rückrunde Spieler zur Verfügung, die für die Kampfmannschaft geholt wurden, jedoch ihren Ansprüchen aus diversen Gründen nicht gerecht werden konnten.

Nachdem Bright Edomwonyi und Sterling Yateke nach ihren schweren Verletzungen zu Beginn der Saison noch berechtigte Hoffnung auf eine höhere Torausbeute aufkommen ließen, stellte sich leider bereits nach wenigen Spielen heraus, dass der Wunsch Vater des Gedanken war.

Edomwonyi konnte sich in 8 Spielen nur 2 mal in die Trefferliste eintragen. Sterling Yateke, der immer wieder auf dem Flügel eingesetzt wurde, in 11 Spielen gar nur einmal.

Eine weitere Hoffnung setze das Team rund um Harald Suchard und Manuel Ortlechner in die leihweise Verpflichtung von Lorenzo Coco. Der ehemalige Red Bull Nachwuchskicker übersiedelte aus Ried leihweise nach Favoriten und zeigte zwar einige gute Ansätze, konnte sich aber nicht mit Toren belohnen.

Verlassen hingegen hat die Young Violets im Winter Christoph Martschinko. Der linke Verteidiger, der in den vergangenen Jahren immer mehr an Boden zur Kampfmannschaft verlor, spielte in der Hinrunde eine gewichtige Rolle in den Plänen der Young Violets. Ihn holte Thorsten Fink nach Lettland. Es folgte eine Rückrunde mit nur wenig Spielzeit in Riga. Bei den Young Violets merkte man allerdings, dass Martschinko eine Führungsrolle eingenommen hatte und die Mannschaft defensiv nach seinem Abgang unsicherer wirkte.

Ein weiterer Halb-Zugang war Maximilian Sax. Der langzeitverletzte Spielmacher, sollte sich ähnlich wie Edomwonyi und Yateke für neue Arbeitgeber ins Rampenlicht spielen und den jungen Violetten zur Scorern verhelfen. Bei Sax blieben es am Ende in 8 Spielen 2 Scorerpunkte und nur wenig positive Akzente in den Spielen, in denen er auf dem Feld stand.

Viele Tiefs und nur wenige Hochs

Der Start in die Frühjahrssaison war nicht ideal. Gegen das Team des Frühjahrs, den FAC, konnten leider keine Punkte geholt werden. Gegen den GAK hingegen konnte dann mit den erfahrenen Spielern Sax, Edomwonyi, Yateke und Keles ein Sieg eingefahren werden, der der Mannschaft Auftrieb geben sollte.

Dieser hielt jedoch nicht lange an, nachdem man gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf leider drei Punkte nach Dornbirn ziehen lassen musste. Eine zum damaligen Zeitpunkt bittere Niederlage, da man in dem Sechs-Punkte-Spiel nicht nur punktlos blieb, sondern auch das direkte Duell verlor.

In der kommenden Runde stand ein Auswärtsspiel gegen die Jungbullen aus Lieferung am Plan. Dieses endete torlos. Mit von der Partie waren Fitz und Demaku, die Einsatzzeiten sammelten. 

Auch gegen St. Pölten konnte man einen Punkt erkämpfen und ohne Gegentreffer bleiben.

Die kurze Frühjahrssaison stand unter dem Motto der direkten Duelle im Abstiegskampf. In Runde 22 war man in Steyr zu Gast – auch ein direkter Gegner im Tabellenkeller. Leider konnte man auch diese Partie nicht für sich entscheiden. Ähnlich wie gegen Dornbirn, war es eine bittere Niederlage, jedoch konnte man zumindest aufgrund des 2:0 Erfolges in der Hinrunde das direkte Duell dennoch für sich entscheiden.

Die kommende Runde sollte einer der wenigen Lichtblicke in dieser Saison werden. In einer klaren Partie besiegten die Young Violets, die zweite Mannschaft des LASK mit 4:0. Der ungefährdete Sieg war der höchste Saisonsieg und wichtig im Abstiegskampf. Die Juniors Oberösterreich, entschieden sich später jedoch ohnehin freiwillig für einen Abstieg, was ein wenig den Druck von den jungen Violetten nahm.

In Runde 24 war man in Lafnitz zu Gast. Auch hier musste man erfolglos die Heimreise antreten, wobei der negative Höhepunkt die rote Karte für Maximilian Sax war.

Nur drei Tage später feierte man dann in Horn den letzten vollen Erfolg der Saison. Florian Fischerauer sorgte als Goldtorschütze für eine feierliche Heimreise. 

Die Leistung in den kommenden Spielen sollte dann jedoch wieder ernüchternder werden. Lediglich ein Punkt (im 2er-Derby) aus den letzten 5 Saisonspielen gegen Blau-Weiß Linz, Amstetten, Kapfenberg und Austria Lustenau. Mit teils sehr schwachen Leistungen und hohen Niederlagen besiegelten die Young Violets eine Saison mit deutlich mehr Tiefs als Hochs.

Allerdings hatte man auch in dieser Saison das Glück, dass sich neben 2 Fixabsteigern (Wacker Innsbruck und Oberösterreich Juniors) auch nur 2 Aufsteiger aus den Regionalligen fanden. Sportlich hätte man sonst in dieser Saison den Abstieg in die Regionalliga Ost nicht verhindern können.

Die Gründe für eine weitere schwache Saison sind wohl mannigfaltig und fallen in verschiedene Verantwortungsbereiche. Coach Suchard konnte etwa auf viele Spieler gar nicht oder nur sehr kurzfristig zurückgreifen und ebenso musste er Spieler vorgeben, die in dieser Saison wohl auf viel Spielzeit in Liga Zwa gekommen wären. Dazu zählen El Sheiwi, Braunöder, Ivkic, Vucic, Huskovic, Kreiker und Keles, die jeweils in dieser Saison schon viel Zeit mit der Kampfmannschaft verbringen durften bzw. den nächsten Schritt machten und Coach Manfred Schmids Vertrauen genossen.

Dass so viele Junge den sofortigen Sprung zu den Profis schaffen würden, dort zu Leistungsträgern wurden, oder zumindest auf ihre Minuten kamen, war so nicht absehbar. Das ist für Spieler und Kampfmannschaft zwar genial, hat uns als Violets aber rückblickend nicht in die Karten gespielt. Kontinuität und Stabilität waren heuer streckenweise nur schwer zu bewerkstelligen. Wir haben in der abgelaufenen Saison 43 Spieler eingesetzt.
Harald Suchard über die Senkrechtstarter

Es sei aber auch angemerkt, dass ein Großteil der Stammelf bereits einige Zeit unter Suchard trainiert und nur wenig davon zeigte. Spieler wie Gindl, Meisl, Apollonio, Hahn, Fischerauer, Mester sowie Pross absolvierten ihre zweite bis dritte Saison im Erwachsenen-Fußball und konnten nur selten ihren Einsatz rechtfertigen bzw. erfolgreichen Fußball zeigen. Eine Thematik, die man dem Young-Violets Coach auch ankreiden muss.

Zu oft lies man die Gegner defensiv einfach gewähren und baute vorne eher auf Glück, allerdings leider gepaart mit schwacher Chancenauswertung. Auch die ständige Rotation im Tor mit ingesamt fünf verschiedenen Torhütern im Laufe der Saison, lies nur wenig Sicherheit im Abwehrverbund aufkommen.

Generell waren nur selten taktische Überlegungen in den Spielen erkennbar.

Alles in allem ist es über die gesamte Saison nie richtig rund gelaufen. Dazu kamen über 40 eingesetzte Spieler im Laufe der Saison, was für eine Plattform, auf der sich Akademie-Spieler beweisen können sollen, Perspektivspieler an die nächste Stufe herangeführt werden sollen und Spielpraxis für Kampfmannschaftsspieler gewährleistet werden kann, grundsätzlich nichts ungewöhnliches ist. Am Ende der Saison war dies aber wohl einer der Gründe, warum es einfach nicht gelaufen ist.

Im Vergleich zum Vorjahr holten die Young Violets 7 Punkte weniger, rutschten um 3 Plätze ab und hatten ein um 14 Tore schlechteres Torverhältnis.

Viel Arbeit für Orti

Für Manuel Ortlechner heißt es also nicht nur den Kader der Kampfmannschaft auf die Doppelbelastung auszurichten, sondern auch die Young Violets wieder konkurrenzfähig zu machen.

Informationen vom Mitgliederfest zu folge wird sich bei den Violets vieles verändern. Neben Abgängen von Spielern wie Sax, Edomwonyi und Yateke sollen Gespräche mit Spielern gesucht werden, denen man den Schritt zur Kampfmannschaft nicht zutraut.

Nachrücker aus der U18 sollen die eine oder andere Lücke schließen, werden dies aber nicht auf jeder Position tun können. 

Für externe Neuzugänge soll hingegen wenig bis gar kein Geld zur Verfügung stehen. Das heißt auch hier wird man kreativ sein und ein gutes Händchen bei Transfers beweisen müssen.

Im Sommer haben wir vier Wochen Vorbereitung, während der wir AKA-Spieler testen können. Dabei wird sich herauskristallisieren, wer schon so weit ist, um auf Profi-Ebene reüssieren zu können und wer noch Zeit braucht. Die Spieler brauchen Matchpraxis. Wir müssen uns entscheiden: Ist es für seine Entwicklung besser, ihn bei den Violets mittrainieren zu lassen, auch wenn er vielleicht nur auf der Bank sitzt? Oder hat er mehr davon, wenn er in der Akademie noch ein Jahr möglichst viele Spiele bestreitet?
Harald Suchard über die Kaderplanung

Lichtblick für Suchard könnte die Chance auf Spieler sein, die den direkten Sprung von der U18 zur Kampfmannschaft zuletzt nicht schafften und nun bei den Young Violets Spielpraxis sammeln könnten. Ivkic, Klein, Kreiker und Vucic trainierten fast durchgehend mit der Kampfmannschaft, hatten aber teils übermächtige Konkurrenz auf ihren Positionen.

Ein großer Umbruch wird jedenfalls notwendig sein. Durch den Aufstieg von Sturm 2 haben nun Salzburg, Rapid, Sturm und Austria eine Vertretung in der zweiten Spielklasse Österreichs und somit ein fast unbezahlbares Bindeglied, um Spieler im Erwachsenenfußball aufbauen zu können.

Ein Abstieg würde bedeuten, dass man diese Plattform verliert, die auch bei Transfers ein gutes Argument sein kann!

Heuer muss man jedenfalls sagen: Gut is gangen, nix ist gschehn!

Ein Kommentar

  1. Keine Frage, ein weiteres Jahr wie dieses darf den YVA nicht mehr passieren. Es wird aber verdammt schwierig werden, wenn man keine externen Verstärkungen bekommt. Wenn Spieler, die keine reale Chance auf die KM haben, nun abgegeben werden, umso mehr. Nur mit U 18 Spielern wird es einfach nicht gehen. Wie du schon geschrieben hast, man wird Kreiker, Ivkic, Vucic und Co. einfach vorläufig fix bei den jungen Veilchen lassen müssen. Performen sie ähnlich wie früher Pichler, Keles und Co., dann kann man sie im kommenden Jahr noch immer in die KM einbauen. Suchard sollte sich schon auf eine Mannschaft verlassen können, die auch zusammen trainiert und sich vorbereitet.

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