Spielberichte

Der violette 360° Blick: Woche #8

Eeine weitere englische Woche für die Wiener Austria, diesmal aber ganz ohne internationalem Spiel. In der 8. Woche der Saison wartet auf die Austria ein dichtes Programm mit drei Spielen in sechs Tagen.

Bereits am vergangenen Sonntag wurde aus Klagenfurt ein Punkt mitgenommen. Nur drei Tage später geht es im ÖFB-Cup gegen den ASV Siegendorf. Abermals drei Tage später, am Samstag, gastiert Austria Lustenau in der Generali-Arena. Anschließend dürfen die Austria-Kicker am Sonntag zumindest kurz einmal verschnaufen, bevor am Donnerstag die internationale Gruppenphase starten wird.

Herzlich willkommen zum violetten 360° Blick – wie an jedem Dienstag mit dem Blick zurück, dem Blick in die Gegenwart und dem Blick nach vorne!

Marco Djuricin jubelnd am Weg zum Gästesektor - ehe ein Abseitspfiff ihn stoppte und das vermeintliche 2:4 (zurecht) aberkannt hat.

Der Blick zurück: Auswärtsspiele in Istanbul & Klagenfurt

4:1-Niederlage in Istanbul

Das Play-Off-Rückspiel zur UEFA Europa League zwischen Fenerbahce Istanbul und der Wiener Austria geht wohl nicht in die violette Vereinsgeschichte ein. Zu gering waren ohnehin die Hoffnungen auf eine Überraschung in der Türkei, zu klar verlief schlussendlich auch das Spiel selbst. Eine 4:1-Niederlage stand nach gut 90 Minuten, wenngleich ein zu Unrecht aberkanntes Fischer-Tor in der Nachspielzeit zumindest noch Ergebniskosmetik und ein 4:2 bedeutet hätte. Dass die Austria somit in drei Nachspielzeiten in Folge (Martins 45.+1., Fischer 90.+2., Braunöder in Klagenfurt 45+4.) traf, spricht für die Veilchen.

Wie schon im Hinspiel, war es ein schneller Treffer von Fenerbahce, der Austrias Hoffnungen drastisch dämpfte. Dass dieser obendrein aus einem unglücklich abgefälschten Schuss entstand, war doppelt bitter. Die Austria ist bis dahin engagiert gestartet, hoch angelaufen und hat Fenerbahce früh unter Druck gesetzt. Die Türken hatten jedoch erwartungsgemäß die Qualität, dieses Pressing gut auszuspielen. Durch das Anlaufen der Austria fand Fenerbahce zwar im Mittelfeld, wenn die erste Pressinglinie überspielt wurde, recht große Räume vor, aufgrund Austrias Fünferkette aber nicht mehr im letzten Drittel. Das sorgte in der ersten Halbzeit für einige Distanzschüsse der Gastgeber und eher weniger Abschlüsse innerhalb des Strafraums.

Dass das Pressing zwar mutig, aber nicht griffig genug bzw. erfolgreich war, war eines der Austria-Probleme. Das zweite war, dass Eckstöße schlecht verteidigt wurden und nahezu immer eine Gefahr darstellten, kurz vor der Pause auch mit Folgen in Form des 2:0. Die Veilchen kamen dennoch mutig und offensiv aus der Kabine, dominierten die ersten Minuten nach Wiederanpfiff. Ein Tor gelang jedoch nicht, stattdessen erzielte Fenerbahce noch zwei Traumtore, sodass die Schlussphase zu einer mühsamen Angelegenheit wurde, indem Fenerbahce den Ball in den eigenen Reihen hielt, um das Ergebnis ohne weiterem Gegentor über die Zeit zu bringen, zugleich musste die Austria viele leere Meter machen.

Trotz der Niederlage und des erwartbaren Ausscheidens aus der Europa League brachte das Spiel für Manfred Schmid und sein Team gute Erkenntnisse. Die Veilchen haben sich in beiden Spielen nicht versteckt, kämpferisch überzeugt und sind mutig aufgetreten. Zugleich wurde aber sichtbar, wie leicht Fehler auf diesem Niveau bestraft werden, und wo die Austria noch nachbessern muss, um beispielsweise in Villarreal ein lauteres Wort mitzusprechen als es gegen Fenerbahce gelang.

3:3-Remis in Klagenfurt

Ein spektakuläres Spiel am Wörthersee? Wohl nur, wenn man auf das Ergebnis blickt. Das Spiel selbst entsprach ganz und gar nicht einem rassigen 3:3-Remis, das man am ersten Blick vermuten könnte. Wie schon die letzten zwei Gastspiele in Klagenfurt, war abermals ein recht chancen- und tempoarmes Spiel zu sehen, bei dem die Spielanteile recht ausgeglichen verteilt waren.

Während es gegen das deutlich stärkere Fenerbahce und den WAC mit seinen zwei Stürmern naheliegend war, in einem 5-3-2 aufzulaufen, kam das in Klagenfurt eher überraschend. Die Austria hatte damit im Spielaufbau meist eine Überzahl, nicht mehr aber im Mittelfeld. Das sorgte dafür, dass schlussendlich über 58% Ballbesitz zu Buche standen, der Großteil dabei aber auf die drei Innenverteidiger fiel: Galvao hatte 96 Ballkontakte, Mühl hatte 95 Ballkontakte, Koumetio hatte 86 Ballkontakte. Damit hatten allein Mühl und Galvao gemeinsam mehr Ballkontakte als Braunöder, Fischer, Fitz, Gruber und Vucic addiert!

Die Daten des Spiels zeigen auch gut das Problem, das die Austria im Spiel mit dem Ball hatte: die Veilchen hatten 58% Ballbesitz und spielten 518 Pässe, während Klagenfurt nur auf 355 kam. Aber im gegnerischen Drittel hatte Klagenfurt deutlich mehr Pässe als die Austria (99 zu 75), zudem gaben die Klagenfurter mehr als doppelte so viele Torschüsse ab (13 zu 6). Die Veilchen hatten also viel öfter den Ball, wurden damit aber nicht gefährlicher, sondern blieben vor allem im Mittelfeld.

Neben diesem Problem im Spiel mit dem Ball, hat die Austria aber auch ein Problem im Spiel gegen den Ball. In den vergangenen acht Spielen (bewerbsübergreifend) musste Christian Früchtl gleich 18 Mal hinter sich greifen, also im Schnitt öfter als zwei Mal pro Spiel. Die Austria hat damit die drittmeisten Gegentore der Liga bekommen (aber auch die drittmeisten geschossen), in noch keinem der acht Spiele konnte die Null gehalten werden, in der Hälfte der Bundesliga-Spiele wurden gleich je drei Tore kassiert, allein in der vergangenen Woche gegen den WAC, Fenerbahce und Klagenfurt waren es acht Gegentreffer – trotz der defensiven Fünferkette in jedem Spiel.

War also die Defensive rund um Lukas Mühl in der vergangenen Saison noch eine der großen Stärken und hat ermöglicht mit sehr wenigen geschossenen Toren Dritter zu werden, so gelingt dies heuer noch nicht. Eine Häufung zeigt sich dabei in zwei Punkten:
a) Fehler im Spielaufbau, die der Gegner ausnutzt: so entstanden beide herausgespielten Gegentore in Klagenfurt (einmal Koumetio, einmal Galvao, jeweils sehr kurz nach Anpfiff), aber auch das 0:2 in Salzburg (Koumetio) oder das 1:4 in Istanbul (Djuricin).
b) Gegentore aus Standardsituationen: so entstand das 3:3 in Klagenfurt (dem Strafstoßpfiff ging eine Ecke voraus), so entstand das 0:2 in Istanbul (Ecke), so entstand das 0:1 in Wolfsberg (Freistoß), so entstanden zwei Gegentore in Altach (jeweils Ecke) und so entstand das 0:1 in Salzburg (Einwurf).

Fazit: 10 der 18 Gegentore lassen sich auf idente Muster zurückführen, nämlich entweder Fehler im Spielaufbau oder Standards. Dringend muss die Austria defensiv also nachschärfen. Mit den wenigen erzielten Treffern der Vorsaison würde die Austria deutlich schlechter dastehen, hätte sie auch damals so viele Tore kassiert. In der Vorsaison wurde jedoch meist mit einer Viererkette gespielt und oft die Null gehalten, jetzt läuft die Austria mit einer eigentlich kompakteren Fünferkette auf, kassiert aber deutlich mehr Treffer.

Dominik Fitz präsentierte sich zuletzt in Hochform. In Klagenfurt steuerte er abermals einen Assist bei.
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Der Blick in die Gegenwart

“Knapp nach einem internationalen Spiel in Istanbul war die Leistung okay. Es ist nur schade, dass wir jeweils in der ersten und zweiten Hälfte früh in Rückstand geraten. Das sind einfache Gegentore, die du so nicht bekommen darfst und am Ende musst du das drüber spielen.”Manfred Schmid nach dem 3:3 in Klagenfurt

Auch wenn sich die Gegenwart in dieser Woche ausschließlich in Wien abspielt – zuerst mit dem Cupspiel gegen Siegendorf auf der Hohen Warte, anschließend mit dem BL-Heimspiel gegen Lustenau – geht der Blick naturgemäß weiterhin ein wenig Richtung internationales Geschäft.

Am Dienstag ist der geschützte Vorverkauf für 3er-Abos in der UEFA Europa Conference League gestartet. Am Dienstag und Mittwoch können Abonnenten ein Abo kaufen, am Donnerstag und Freitag Abonnenten und Mitglieder jeweils drei Karten, am Samstag startet der freie Vorverkauf, bevor bereits am darauffolgenden Donnerstag (8.9.) das erste Heimspiel gegen Hapoel Be’er Sheva wartet. Eine Analyse der Gruppe C, in der die Austria ist, findest du hier.

Am Montag war FAK-Investor Jürgen Werner alleine bei einem “Talk & Tore Exklusiv” auf Sky Sport Austria zu Gast. Über eine Stunde stand Werner dabei Moderator Martin Konrad Rede und Antwort, auch Ex-Vorstand Markus Kraetschmer und Werner-Freund Georg Zellhofer kamen zu Wort. Dabei gab der Investor interessante Einblicke, das Gespräch kann hier zu Gänze nachgesehen werden.

Ein Teil dieser Woche ist auch das Schließen des Transferfensters, in dem die Austria mit zehn Neuverpflichtungen sehr aktiv war. Wie immer im Endspurt, gibt es auch heuer in den letzten Tagen und Stunden noch etwas Bewegung. Marco Djuricin wird den Verein gen Kroatien verlassen.

Verfügbare 3er-Abos für die UEFA Europa Conference League

Danke an unXspoken für das hilfreiche Tool! 

Am Dienstag, 10 Uhr, ist der geschützte Vorverkauf für die 3er-Abos in der UEFA Europa Conference League Gruppenphase gestartet.

Der hier verfügbare Stand umfasst nicht West 2. Rang (gesperrt) und reservierte UEFA-Kontingente (rund 600 Tickets). Ohne all dem gingen am Dienstag rund 8.500 Abos in den Verkauf.

8500
Stand vom Di, 6. September, 13:30 Uhr
Muharem Huskovic fiel zuletzt dreieinhalb Spiele in Folge aus. In dieser Woche könnten seine lädierte Hüfte und er auf das Feld zurückkehren.

Der Blick nach vorne I: ÖFB-Cup gegen den ASV Siegendorf

Nach dem souveränen Aufstieg in Wels (7:0) Mitte Juli, geht es für die Wiener Austria am Mittwoch (31.8., 20:30 Uhr) im ÖFB Uniqa Cup weiter. Traf man in der letzten Runde auf einen Regionalliga-Absteiger, so wartet diesmal ein Regionalliga-Aufsteiger.

Der ASV Siegendorf wurde in der vergangenen Spielzeit Meister in der burgenländischen Landesliga und ist somit in die Regionalliga Ost aufgestiegen. Dort stehen die meist in Rot spielenden Burgenländer bei sechs Punkten nach fünf Runden. Niederlagen gegen Bruck an der Leitha, Mannsdorf (mit Trainer Thomas Flögel) und Mauerwerk stehen zwei Siege gegen die Wiener Viktoria (mit Trainer Toni Polster) und Draßburg gegenüber.

Trainer der Burgenländer ist der Ex-Mattersburger Marek Kausich. Im Kader befindet sich mit Ersatztormann Matijas Schreiber zwar ein Ex-Veilchen, aber keine bekannten Namen. Im Mittelfeld zieht der erfahrene Oscar Castellano Matallana die Fäden neben dem jungen Wiener Tin Zeco und dem Burgenländer Lukas Secco. Gefährlich ist der sehr schnelle Stürmer Eleonai Tompte, der mit seinem Tempo viele Regionalliga-Abwehrreihen vor Probleme stellt und in Laufduellen den Austria-Innenverteidigern sicherlich überlegen wäre.

Für die Austria ist dieses Spiel angesichts dessen, dass drei Tage zuvor und drei Tage danach Bundesliga-Spiele bestritten werden, eine gute Möglichkeit zur Rotation. Verletzungsbedingt ist dies nicht auf allen Positionen möglich, wobei hinter Handl und Huskovic noch Fragezeichen stehen. Auf Jukic und Tabakovic wurde zuletzt freiwillig verzichtet, im Falle des Stürmers aufgrund des Österreicher-Topfs, der im Cup jedoch irrelevant ist.

Das Spiel wird am Mittwoch-Abend live auf ORF 1 übertragen, was auch der Grund ist, dass nicht am Sportplatz Siegendorf, sondern auf der Hohen Warte gespielt wird. Das ist nicht ganz unironisch, denn ausgerechnet die Vienna ist in der ersten Cup-Runde gegen Siegendorf ausgeschieden. Schiedsrichter ist der erfahrene steirische Bundesliga-Referee Alexander Harkam.

Ziad El Sheiwi macht große Fortschritte und wird im September voraussichtlich sein Comeback feiern, jedoch noch nicht gegen Austria Lustenau.

Der Blick nach vorne II: Runde 7 gegen Austria Lustenau

Erinnerst du dich noch an den 19. April 2011? Es war dies das letzte Mal, dass Austria Lustenau in der Generali-Arena zu Gast war.

An den Endstand wollen sich Manuel Ortlechner, Markus Suttner, Zlatko Junuzovic und alle anderen Austrianer, die an diesem Abend am Feld gestanden sind, wohl eher nicht mehr erinnern. Die Lustenauer siegten bei der Austria glatt mit 4:0 und sorgten für einen rabenschwarzen FAK-Abend.

Nun kehren die Lustenauer zurück nach Wien-Favoriten, in der Liga erstmals seit dem Jahr 2000, in dem die grüne Austria aus der Bundesliga abgestiegen ist. In den sechs Heimspielen während der damaligen Lustenauer Bundesliga-Zeit siegten die Gäste nie, vier Mal gewann die Austria. So war es auch beim Cup-Wiedersehen 2012, als man nur ein Jahr nach der 0:4-Blamage wieder aufeinandertraf, diesmal im Ländle mit einem violetten 2:1-Erfolg.

Über 10 Jahre später sieht man einander wieder. Die Vorarlberger kommen als Tabellenvierter mit 10 Punkten aus den ersten sechs Spielen, darunter einem Punktgewinn in Hütteldorf. Die Elf von Trainer Markus Mader verzichtet auf den Österreicher-Topf und hat dementsprechend viele recht junge Legionäre, primär vom Kooperationsverein Clermont Foot.

Am vergangenen Wochenende musste der Ex-Verein von Haris Tabakovic eine 6:0-Niederlage gegen Red Bull Salzburg hinnehmen und Lehrgeld bezahlen. Apropos Red Bull Salzburg:

  • Nach WAC und Klagenfurt trifft die Austria nun zum dritten Mal in Folge auf einen Gegner, der in der vorherigen Runde gegen Salzburg verloren hat.
  • Es ist dies das letzte Samstagsspiel der gesamten Herbstsaison. Bis zur Winterpause spielt die Austria nur mehr am Sonntag in der Bundesliga.

Im Vordergrund jubelt Matthas Braunöder, im Hintergrund Manfred Schmid und sein Team auf der Bank. So soll es auch in den nächsten Wochen öfter gelingen. Für Braunöder war es der zweite BL-Treffer in Folge, wenngleich jener in Wolfsberg aberkannt wurde.

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