Spielberichte

Der violette 360° Blick: Woche #10

Englische Wochen scheinen Austria-Wochen zu sein. Seit die Veilchen einen vollen Kalender mit einem Wochentagsspiel haben, wurde keine Bundesliga-Partie mehr verloren, inzwischen immerhin vier am Stück. Wie gut, dass noch viele englische Wochen folgen, so auch in dieser, bevor eine Länderspielpause die Möglichkeit gibt, mal etwas durchzuschnaufen.

360° rund um die Austria – wie jeden Dienstag. Zurück, in die Gegenwart und nach vorne.

Austria Wien spielt international - hier nach dem Heimspiel gegen Hapoel Be'er Sheva (0:0).

Der Blick zurück: Remis gegen Hapoel Be'er Sheva, Sieg in Hartberg

Wer hätte vor kurzem, als die Austria in der Bundesliga und international noch kein Spiel zu Null beendet hat, gedacht, dass die Austria kurz später, nämlich jetzt, bereits auf 236 Minuten Torsperre ohne Gegentor blicken kann?

Seit zweieinhalb Spielen, nämlich der Halbzeit des 2:2 gegen Austria Lustenau, als Manfred Schmid auf 4-2-3-1 umstellte, haben die Veilchen kein Gegentor mehr erhalten. Zwar war dies vereinzelt auch Glück (als Hapoel Be’er Sheva nach einem Eckball die Latte traf) oder das Können von Christian Früchtl (beispielsweise in einem Eins-gegen-Eins-Duell in Hartberg), aber Fakt ist, dass Austrias Defensive und speziell die Innenverteidigung Mühl-Galvao zuletzt wieder stabiler steht.

Sowohl beim 0:0 gegen Hapoel Be’er Sheva als auch beim 3:0-Sieg in Hartberg lief die Austria in der gewohnten 4-2-3-1-Formation auf, die tatsächlich aber eher ein 4-3-3 war, in dem zentral Braunöder und Fischer jeweils als “Achter” positioniert waren, Braunöder somit eine offensivere Anordnung hatte als zuletzt häufig. So logisch Gruber und Jukic auf den Flügeln waren, so überraschend kam die Nominierung von Dominik Fitz als Sturmspitze in beiden Spielen. Als solche spielte er bereits gegen Austria Lustenau kurzzeitig, nun zwei Mal von Beginn weg. Fitz ist bekanntlich kein klassischer Strafraumstürmer, sondern agierte als “falscher Neuner”, der sich oft in das Mittelfeld oder auf die Flügel fallen lässt, in Hartberg besonders auf die rechte Seite.

Apropos rechte Seite: in Hartberg erlebte Austrias Spiel einen Rechtsruck. Oft verlagerte der halblinke Innenverteidiger Lucas Galvao mit seinen präzisen weiten Pässen das Spiel dorthin. Rechtsverteidiger Reinhold Ranftl hatte am Ende des Spiels gemeinsam mit Mühl die meisten Ballkontakte und mehr als doppelt so viele als Ziad El Sheiwi auf der linken Seite.

Apropos El Sheiwi: so souverän, dominant, staubtrocken, verdient und erfreulich der 3:0-Auswärtssieg der Veilchen n Hartberg war … so richtig Freude kam an diesem Sonntag-Nachmittag dennoch nicht auf. Dass sich Ziad El Sheiwi bei seinem Bundesliga-Comeback nach neun Monaten Pause erneut das Kreuzband komplett gerissen hat, diesmal im anderen, linken Knie, ist eine Katastrophe – für ihn noch mehr als für die Austria. Aber bei kaum einem Spieler ist man sich so sicher, dass er sehr stark zurückkehren wird wie beim Kämpfer Ziad El Sheiwi.

“Es fühlt sich an, als wäre die Welt zusammengebrochen. Aber aufgeben ist keine Option für mich!”Ziad El Sheiwi auf Instagram nach seinem zweiten Kreuzbandriss innerhalb von neun Monaten

Happy Birthday, Brigitte Annerl - und vielen Dank für Freibier, auch im Gästesektor!
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Der Blick in die Gegenwart

Wieder einmal läuft bei der Austria eine englische Woche. Von der Verletztenliste könnte Johannes Handl in Kürze zurückkehren, alle weiteren Spieler dürften noch länger pausieren, vor allem natürlich Wustinger, El Sheiwi, Raguz und Baltaxa, ihres Zeichens die Langzeitverletzten der Austria, die auch (noch) nicht im Mannschaftstraining stehen.

Vielleicht wurde die Austria am Dienstag-Nachmittag auch deshalb nochmals am Transfermarkt tätig: Nikola Dovedan, zuletzt Stammspieler beim 1. FC Nürnberg, läuft ab sofort mit der Rückennummer 10 bei den Veilchen auf!

Die Spiele dieser Woche – zuerst am Donnerstag gegen Lech Posen (a) und danach am Sonntag gegen die SV Ried (h) – sind zugleich die beiden letzten, bevor die Schmid-Elf ein wenig durchschnaufen kann. Danach wartet eine zweiwöchige Länderspielpause, bevor es am 2. Oktober gegen Sturm Graz wieder weitergeht. Keine Pause haben die U21-Teamspieler Braunöder, Huskovic und Vucic, auch Martins kann mit einer Einberufung nach Luxemburg rechnen.

Ein starkes Comeback - und leider auch ein starker Abschied erneut für mehrere Monate von Ziad El Sheiwi. Come back stronger, Ziad!

Der Blick nach vorne I: UEFA Europa Conference League, MD 2 bei Lech Posen

Da war doch etwas…

Gleich vorweg: weder FAK-Torschütze Matthias Hattenberger noch Posen-Assistgeber Mario Majstorovic sind diesmal dabei – so wie auch übrigens nicht ein gewisser Robert Lewandowski, der damals für Lech Posen traf. Und dieser Satz sollte zugleich der letzte sein, der an das Aufeinandertreffen mit Lech Posen 2008 erinnert.

Die Gegenwart zählt. Und da ist Lech Posen zwar polnischer Meister, aber zugleich noch nicht in der Form des Vorjahres. Über den Sommer veränderte sich sowohl im Kader als auch auf der Trainerbank einiges. Der Liga-Saisonstart war eher holprig, derzeit stehen 11 Punkte aus 8 Spielen in der Tabelle, wenngleich die letzten vier Ligaspiele nicht verloren wurden, drei davon gewonnen. Lech hat also seine Form wieder gefunden, das beweist auch der erste Spieltag der Gruppenphase, als man bei Villareal zwar verloren hat, sich dabei aber mit einem 4:3 deutlich besser geschlagen hat als viele wohl angenommen haben.

Lech Posen läuft in jedem Spiel im 4-2-3-1 auf. Der gefährlichste Spieler ist sicherlich der Kapitän und Stürmer Mikael Ihsak. Er steht bei 13 Scorerpunkten in den bisherigen 14 Saisonspielen. Dass sein direkter Gegenspieler am Donnerstag, Lukas Mühl, und er dreieinhalb Jahre in Nürnberg miteinander gespielt haben, sehen wohl beide als Vorteil für sich.

Anpfiff am Donnerstag ist um 21 Uhr, Servus TV überträgt live und bietet mit Alexander Grünwald und Florian Klein auch violette Prominenz am Mikrofon auf. Schiedsrichter des Spiels ist der Däne Peter Kjærgaard.

Georg Teigl steht wieder am Rasen, zuletzt kam er als Joker regelmäßig in das Spiel.

Der Blick nach vorne II: Runde 9 gegen die SV Ried

Ein Sieg, zwei Remis, fünf Niederlagen, vorletzter Tabellenplatz. So hat sich die SV Ried ihren Saisonstart wohl nicht vorgestellt. Nach der turbulenten Vorsaison mit drei Trainern sollte nun unter Christian Heinle endlich Ruhe im Innviertel einkehren. Bisher sucht man diese Ruhe vergeblich, so wie Heinle zwar einen spielerisch versierten, gut strukturierten Fußball spielen lässt, aber damit noch den Erfolg sucht.

Die SV Ried ist der vierte der letzten fünf FAK-Gegner, der in der Runde zuvor gegen Red Bull Salzburg spielte. Für die SVR gab es dabei wenig zu holen: 0:3. Zugleich verlor man mit Leo Mikic einen Mittelfeldspieler mit einer roten Karte und muss nun bei der Austria auf ihn verzichten.

Das letzte Duell zwischen der Austria und Ried ist bereits elf Monate zurück. Am 23. Oktober 2021 siegten die Veilchen zuhause klar mit 4:1. Generell ist die Austria zuhause gegen Ried seit 7 1/2 Jahren ungeschlagen. So kann es auch am Sonntag bleiben, Anpfiff in der Generali-Arena ist um 14:30 Uhr.

Gegen Be'er Sheva kämpfte die Austria intensiv, selbiges wird auch in Posen nötig, wenn die Veilchen zum zweiten Mal in der Gruppenphase auflaufen.

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